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Kleine Töpferkunde
Die Entstehung des Tons Ton ist ein Verwitterungsprodukt feldspahthaltiger Gesteine (z.B. Granit, Gneis), also ein Gemenge von Tonmaterialien. Lehm ist der ursprüngliche Ton und wird vor allem für Ziegelsteine gebraucht.
Zusammensetzung des Tons Die Grundbestandteile sind: Tonerde, Kieselsäure, Wasser. Zusatzbetandteile: Eisenoxyd, Mangan, Calcium, Kalium. Diese Zusatzbestandteile geben dem Ton dann auch die Farbe: Mangan (schwarz), Eisen (rot), Kalium (weiss).
Die verschiedenen Keramikarten Irdenware: porös, Brennbreich 800 bis 1000 °C. Verwendung für gewöhnliche Töpfe, glasiert oder unglasiert. Terracotta: italienische gebrannte Erde, porös, rot bis rotbraun. Brennbereich 800 bis 1000 °C. Verwendung für Kleinplastiken, Römertöpfe etc. Fayencen: roter Scherben (so nennt man das rohgebrannte tongut) überzogen mit einer weissen Zinnglasur, meist noch bemalt. Brennbreich 900 bis 1180 °C. Verwendung für Geschirr, Kunstkeramik, etc. Steingut: Scherben meist härter als Irdenware. Brennbereich 1000 bis 1100 °C. Verwendung für Kunstkeramik, Gebrauchskeramik, Sanitärkeramik. Steinzeug: Diese Stücke nennt man Sinterware, d.h. sie sind dicht gebrannt, ausgeschlossen jedoch die grobkörnigen Tone (schamottierte Tone). Brennbereich 1180 bis 1300 °C. Verwendung für Gebrauchskeramik, Elektrosteinzeug, Fussböden, Säurebehälter. Porzellan: dicht gesintert, weiss, Brennbereich 1300 bis 1480 °C. Verwendung für Geschirr, Kunstkeramik, Laborartikel.
Eigenschaften und Verarbeitung Die im Handel erhältlichen Tone sind so zubereitet, dass sie direkt verwendet werden können, d.h. in Blöcke zu 10 bis 20 kg nach gewünschter Farbe und Elastizität und befreit von Luftblasen. Wir unterscheiden zwischen zwei wesentlichen Tonarten: fette Tone mit glatter und speckiger Oberfläche, hochplastisch, starke Schwindung, rissanfällig. Die mageren Tone besitzen eine stumpfe Oberfläche, sind grobkörnig und weniger plastisch mit geringerer Schwindung. Ton schlagen und kneten: Häufigste Ursache von Rissen und Brüchen sind Lufteinflüsse. Durch die Erwärmung beim Brennen dehnt sich diese Luft und sprengt. Das Durcharbeiten wie Kneten beim Brotteig ist die einfachste Methode (vor allem bei Tonresten), anschliessend wird die Masse mehrmals auf ein Holzbrett geschlagen. Ton aufbewahren: Kühl und feucht in Plastik verpackt. Tonresten werden wie oben erwähnt zu Klumpen geschlagen, befeuchtet und verpackt.
Vom Tonklumpen zum Endprodukt Ton formen (aufbauen, auswallen oder drehen), ca. 6 - 10 Tage trocknen. Anschliessend Rohbrand (ca. 950°C). Die Scherben werden glasiert (spritzen, tauchen, giessen) und gebrannt bei 1020 bis 1280°C. Trocknen Beim Trocknen verringert die Masse ihr Volumen um 3 - 10%. Grosse Stücke also sehr sorgfältig bearbeiten, langsam trocknen und mit Plastik abdecken, Lagerung in eher kühlen Räumen. Flache Gegenstände in lederhartem Zustand leicht belasten. Das Flicken von Rissen und Bruchstellen ist vor dem Rohbrand nur bedingt möglich. Rohbrand oder Schrühbrand Nach dem Trocknen werden die Objekte auf ca. 960°C gebrannt, und zwar mit stufenweiser Hochschaltung. Dies braucht je nach Ofengrösse und Inhalt ca. 6 - 8 Stunden. Nach ungefähr gleichviel Stunden hat sich der Ofen abgekühlt und die Ware ist zum glasieren bereit. Glasur- oder Glattbrand Der Glasurbrand ist in der Regel der 2. Brand, nachdem die Rohware (Scherben) mit der gewünschten Glasur überzogen wurde (1040 bis 1300°C). Durch höhere Brenntemperatur wird der Scherben auch zunehmend dichter. Die Brenntemperatur hängt von der Art des Tones und natürlich von der Zusammmensetzung der Glasur ab. |



